Urlaubsrecht

Nach dem deutschen Urlaubsrecht hat jeder Arbeitnehmer in jedem Kalenderjahr Anspruch auf bezahlten Urlaub.

Mindesturlaub

Der gesetzliche Mindesturlaub nach dem Bundesurlaubsgesetz (BUrlG) beträgt jährlich 24 Werktage. Mit Werktage sind alle Kalendertage gemeint, die nicht Sonn- oder gesetzliche Feiertage sind. Der Begriff Werktag bedeutet also eine sechstägige Arbeitswoche von Montag bis Samstag. Dies hat zur Folge, dass 24 Werktage umgerechnet vier Wochen Urlaub bedeuten. Der Begriff „Werktag“ ist heutzutage kaum mehr anzutreffen. Vielmehr wird der Begriff „Arbeitstag“ verwendet, dem eine 5-tägige Arbeitswoche von Montag bis Freitag zugrunde liegt. Arbeitnehmer mit einer 5-Tage-Woche haben umgerechnet Anspruch auf mindestens 20 Arbeitstage Urlaub. Arbeitnehmer mit einer 3-Tage-Woche haben mindestens 12 Arbeitstage Urlaub, usw.

Der Arbeitgeber gewährt dem Arbeitnehmer über den gesetzlichen Mindesturlaub hinaus häufig zusätzlichen Urlaub. Nicht selten ergibt sich ein weitergehender Urlaubsanspruch auch aus einem Tarifvertrag. Einen gesetzlichen Anspruch auf zusätzlichen Urlaub haben schwerbehinderte Arbeitnehmer (§ 125 SGB IX).

Urlaubswünsche und betriebliche Belange müssen abgewägt werden

Bei dem Urlaubsanspruch handelt es sich um einen Anspruch des Arbeitnehmers gegenüber den Arbeitgeber auf Erteilung des Erholungsurlaubs. Das bedeutet, dass dem Arbeitnehmer kein Recht auf Selbstbeurlaubung zusteht. Vielmehr muss er den Urlaub beim Arbeitgeber beantragen. Nur wenn also der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer den gewünschten Urlaub gewährt, darf der Arbeitnehmer der Arbeit fernbleiben.

Bei der Prüfung der Urlaubsgewährung hat der Arbeitgeber einerseits die Urlaubswünsche des Arbeitnehmers, andererseits dringende betriebliche Belange oder Urlaubswünsche anderer Arbeitnehmer, die unter sozialen Gesichtspunkten den Vorrang verdienen, zu berücksichtigen (§ 7 BUrlG). Verweigert der Arbeitgeber zu Unrecht den begehrten Erholungsurlaub, muss der Arbeitnehmer seinen Anspruch gerichtlich durchsetzen, notfalls im Wege einer einstweiligen Verfügung. Nimmt der Arbeitnehmer eigenmächtig, das heißt ohne Erlaubnis des Arbeitgebers Urlaub, begeht er eine Vertragsverletzung, die eine verhaltensbedingte Kündigung des Arbeitgebers rechtfertigen kann.

Urlaubsrecht: Kein Recht auf Widerruf

Wenn der Arbeitnehmer seinen Urlaub angetreten hat, kann der Arbeitgeber den einmal gewährten Urlaub nicht einseitig widerrufen. Ein „Rückruf“ des Arbeitnehmers aus dem Urlaub ist also nicht möglich. Der Arbeitnehmer ist deshalb berechtigt, einer dennoch erfolgten Arbeitsanweisung des Arbeitgebers nicht Folge zu leisten.

Kein Urlaub während Krankheit

Der Urlaubsanspruch erlischt nicht für die Tage, an denen der Arbeitnehmer während des Urlaubs erkrankt. Das folgt aus § 9 BUrlG, welcher anordnet, dass die Tage der Arbeitsunfähigkeit nicht auf den Urlaub angerechnet werden, sofern die Arbeitsunfähigkeit durch ärztliches Attest nachgewiesen wird.

Urlaubsjahr ist das Kalenderjahr

Grundsätzlich gilt: Der jährlich neu entstehende Anspruch auf Urlaub muss auch im Jahr seines Entstehens genommen werden. Mit Ende des Kalenderjahres verfällt der Anspruch. Hiervon gibt es aber Ausnahmen. Lesen Sie hierzu den weiterführenden Beitrag Verfall von Urlaub.

Abgeltung von Urlaub bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses

Wenn das Arbeitsverhältnis besteht nach dem Urlaubsrecht ein Anspruch auf finanzieller Abgeltung des noch vorhandenen Resturlaubs. Lesen Sie hierzu den weitergehenden Beitrag Urlaubsabgeltung.

Benötigen Sie Beratung zum Urlaubsrecht? Sie können gerne kurzfristig einen Termin mit mir vereinbaren.